Jeder kennt die Nürnberger Prozesse, aber die Rastatter (Nachfolge)Prozesse? Eher unbekannt. Dabei fanden in Rastatt von 1946 bis 1949 insgesamt 235 Kriegsverbrecher-Prozesse statt. Schauplatz der Verfahren war der prunkvolle Ahnensaal im Rastatter Barockschloss. Verantworten mussten sich die Verantwortlichen aus Konzentrations- und NS-Arbeitslagern, die in französischer Besatzungszone lagen. Darunter die Lager in Vaihingen, Ravensbrück oder Niederbühl, aber auch diejenigen in Natzweiler-Struthof im Elsass oder der Neuen Bremm bei Saarbrücken.
Am 21.10. erarbeiten wir uns die historischen Grundlagen, bevor wir das Doku-Drama „Die Rastatter Prozesse“ (2021) anschauen. Ausgehend von den Gerichtsprotokollen wird hier das Geschehen im Gerichtssaal inszeniert. Im Fokus: Der französische Hauptankläger Joseph Granier und die junge deutsche Pflichtverteidigerin Helga Kloninger.
Am 22.10. fahren wir nach Rastatt ins Schloss mit Empfang und Vortrag von Dr. Elisabeth Thalhofer. Wir besuchen die Sonderausstellung des Bundesarchivs zu den Rastatter Prozessen und dürfen exklusiv den Prunksaal des Schlosses besichtigen. Am Nachmittag besuchen wir das Kreisarchiv Rastatt, wo der Nachlass von Granier und die Aufzeichnungen von Kloninger verwahrt werden – Dokumente, die in den Prozessen eine große Rolle gespielt haben.
Hinfahrt ab Stuttgart Hauptbahnhof: 9 Uhr RE 1 nach Karlsruhe (Gleis 4), Umstieg mit RE 2 nach Rastatt, Ankunft: 10:21 Uhr, Treffpunkt um 08:50 Uhr am Anfang von Gleis 4
Rückfahrt von Rastatt: 17:11 Uhr mit RE 7, Umstieg in Karlsruhe in RE 1 nach Stuttgart Hauptbahnhof, Ankunft ca. 18:27 Uhr
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